Ziele von InMoBS

Das Ziel von InMoBS ist die Unterstützung der Mobilität von Blinden und Sehbehinderten auf innerstädtischen Fußwegen. Eine besondere Relevanz haben hier Kreuzungen mit Licht­signal­anlagen (LSA), die in der Regel mit hoher Verkehrsdichte und komplexen Entscheidungs­situationen einhergehen. Diese Knotenpunkte sind auch für Blinde und Sehbehinderte problematisch.
Mit Hilfe eines mobilen Endgeräts sollen Blinde und Sehbehinderte diese Kreuzungen mit LSA einfacher und sicherer queren können. Infrastrukturkomponenten liefern per WLAN Informationen an das mobile Endgerät, welches durch eine geeignete Mensch-Maschine-Interaktion bei der Überquerung unterstützt. Damit ergibt sich aber auch ein erweiterter Raum für die Mobilität insgesamt. Entsprechend wird auch die Unterstützung der Blinden und Sehbehinderten während des gesamten Weges berücksichtigt, wobei vorhandene Anwendungen soweit möglich integriert werden.

[Graphik InMoBS-Projektkomponenten: Routenplanungssoftware, Lichtsignalanlage, Ortung und Kommunikation, Mobiles Endgerät, Test und Erprobung]

Routenplanungssoftware

Eine Routenplanungssoftware wird Blinden und Sehbehinderten oder Dritten ermöglichen, bereits im Vorfeld zuhause eine Route zu planen und zu erstellen.

Die Software muss vielfältige Funktionalitäten zur individuellen Gestaltung und Anpassung der Routen und der zugrundeliegenden digitalen Karten bieten. So soll es möglich sein, zusätzliche Orte oder Orientierungshilfen in die Karten einzufügen, um weitere interessante Punkte bei der Routengestaltung und bei der späteren Führung zu nutzen.

Mobiles Endgerät

Die für die Nutzer zentrale Komponente ist das mobile Endgerät, das an Kreuzungen mit WLAN-LSA die komfortable und sichere Querung mit einer auf die Nutzergruppe (Blinde und Sehbehinderte) optimierten Mensch-Maschine-Interaktion ermöglicht. Verwendet werden hierzu akustisch-haptisches Feedback und sprachlich-haptische Eingaben. Diese Funktion ist eingebettet in eine kontinuierliche Unterstützung während des ganzen Weges, der wiederum im Vorfeld zu Hause geplant werden kann.

Lichtsignalanlage

Um Barrierefreiheit zu gewährleisten, weisen viele Lichtsignalanlagen an Knotenpunkten neben einer optischen Anzeige der verschiedenen Signalzustände auch ein akustisches und/oder taktiles Signal für Blinde und Sehbehinderte auf. Als Alternative und Ergänzung zu diesen Signalen wird ein System konzipiert und prototypisch umgesetzt werden, welches dem blinden oder sehbehinderten Verkehrsteilnehmer diese Informationen durch ein mobiles Endgerät verfügbar macht. Hierzu ist eine Kommunikation zwischen Lichtsignalanlage und mobilem Endgerät notwendig.

Ortung und Kommunikation

Technologien zur sicherheitsrelevanten und hochgenauen Ortung von Personen werden untersucht, erprobt und in ein Personenassistenzsystem (PAS) integriert werden, mit dem Ziel, Menschen mit Handicap die einfache und selbstbestimmte Teilhabe am sozialen und gesellschaftlichen Leben sicher ermöglichen zu können.
InMoBS stellt hohe Anforderungen an die Eigenschaften eines GNSS- (Global Navigation Satellite System) Sensors. GPS (Global Positioning System) allein kann diese Anforderungen nicht erfüllen. Deshalb gibt es bislang noch keine PAS, die Satellitenortung als primäre Sensorquelle nutzen. Das europäische Satellitenortungssysteme Galileo soll diese hohen Anforderungen durch ein erweitertes Dienstekonzept und eine Servicegarantie erfüllen.

Test und Erprobung

Für die Akzeptanz und sichere Nutzung des in InMoBS entwickelten Systems ist der enge Einbezug von Blinden und Sehbehinderten entscheidend. Um InMoBS zu optimieren, sind Tests und Erprobungen in der realen Umgebung notwendig, da das System nur so erlebt und bewertet werden kann. Entsprechend ist die Entwicklung eines Test- und Demonstrations­feldes, das intensive Nutzertests ermöglicht, eine wesentliche Komponente des Vorhabens.
Dies wird ermöglicht durch die Integration in die Anwendungsplattform Intelligente Mobilität (AIM).